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Wie wird mein Kind zweisprachig?

 Tipps und Tricks für alle Eltern, die ihre Kinder mehrsprachig aufwachsen lassen wollen

Zweisprachigkeit ergibt sich leider nicht nebenher und von alleine. Wer in einer monolingualen Gesellschaft wie der japanischen lebt, wird als Nichtmuttersprachler der Umgebungssprache (z.B. als Deutscher in Japan) schnell merken, dass Kinder die schwache Sprache (Deutsch) nur schlecht erlernen, wenn man nicht besondere Anstrengungen unternimmt. Diese besonderen Anstrengungen werden vielleicht von der Umgebung kritisch beäugt, belächelt oder als ...

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Zählen lernen mit Bingo-Karten

bingo1Zahlen und zählen gehören zu den grundlegenden Fähigkeiten beim Fremdsprachenlernen, und auch in der Mausgruppe werden oft Zahlenspiele gemacht. Man kann davon ausgehen, dass auch die Mausgruppen-Kinder, deren Erstsprache Japanisch ist, spätestens mit drei Jahren die Zahlen bis 10 können, und bis zum Eintritt in die Grundschule auch größere Zahlen beherrschen sowie einfache Rechenaufgaben lösen können.

Zum Lernen der Zahlen gibt es zahlreiche Kinderbücher, Lieder, Spiele, Filme oder einfach die Finger der Eltern. (Da bei Bilderbüchern die Zahlen und nicht der Text im Vordergrund stehen, kann man auch japanische Bücher verwenden.) Leider beschränken sich jedoch fast alle diese Materialien ...{readmorelink}[mehr...]{/readmorelink}

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Fernsehen und Videospiele als Unterstützung der zweisprachigen Erziehung

Viele Kinder in deutsch-japanischen Familien benutzen Deutsch oft nur, wenn sie mit dem deutschsprachigen Elternteil sprechen. Zwei Möglichkeiten, die Kinder in ihrem japanischen Umfeld für längere Zeit der deutschen Sprache auszusetzen, sind Fernsehen und Videospiele auf Deutsch. Der meist übermäßige Medienkonsum heutzutage muss sehr kritisch gesehen werden, allerdings sollen auch die Chancen solcher fremdsprachiger Medien genutzt werden, und sie sind daher eher ein Ersatz für die und nicht eine Ergänzung zu den japanischen Medien.

 Deutschsprachige Filme auf DVD und Video schauen die Kinder gern an, vor allem wenn sie {readmorelink}[mehr...]{/readmorelink}

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Deutschland ist anders – lauter kleine Kulturschocks

Es ist schon viel über den Kulturschock geschrieben worden, den man beim Kontakt mit einer fremden Kultur erleidet. Was aber passiert mit den Mausgruppen-Kindern, deren Lebensmittelpunkt Japan ist, und die dort (zumindest teilweise) bilingual und bikulturell aufwachsen, dann aber für mehrere Wochen nach Deutschland fahren? Einige kleine Erlebnisse meiner Kinder habe ich hier zusammengefasst – ob man sie nun als richtigen Kulturschock bezeichnet oder nicht, sei dahingestellt.

1) Schuhe ausziehen

In Japan ist es normal, dass man sich am Eingang von Wohnungen, Schulen, Arztpraxen und teilweise auch Büros die Schuhe auszieht. In Deutschland nicht. Zwar läuft auch in Deutschland niemand mit lehmverschmierten Stiefeln durchs Wohnzimmer und viele Leute ziehen Hausschuhe an, aber eine strikte Trennung in eine Straßenschuh-Zone und eine Hausschuh-/Sockenzone, die in Japan normalerweise durch eine Stufe kurz hinter der Haus- bzw. Wohnungstür markiert ist, gibt es nicht. Entsprechend sind unsere Kinder etwas verwirrt: Sie wollen ihre die Schuhe ausziehen, wenn sie einige Schritte in die Wohnung machen, aber wo ist die Stufe? Bis wohin darf man mit Schuhen gehen? Mein Sohn hat einmal seine Schuhe sogar auf dem Bürgersteig ausgezogen und ist mit Socken die Treppe zur Haustür hochgestiegen.

In vielen Geschäften gibt es Spielzonen für Kinder. Auch hier werden in Japan grundsätzlich die Schuhe ausgezogen, in Deutschland nicht immer. Unsere Kinder haben jedoch auch in Deutschland in jeder Spielecke ihre Schuhe ausgezogen und hatten dann abends oft dreckige Socken.

2) Reis schmeckt nicht

Die deutsche Hausfrau ist stolz auf ihren Parboiled-Reis, der nicht klebt und leicht von der Gabel rieselt. Man kennt ihn aus der Uncle-Ben’s-Fersehwerbung. Die Kinder essen ihn nicht, auch nicht mit aus Japan mitgebrachter Furikake-Gewürzmischung. Es gelingt zwar, den japanischen Reis, im Asien-Shop in Deutschland gekauft, richtig zu kochen, aber irgendwie schmeckt er trotzdem nicht so richtig. Da kann man nichts machen.

3) Sushi von Aldi ist lecker

Nach einiger Zeit in Deutschland haben die Kinder plötzlich den Wunsch, Sushi zu essen. Zum Glück ist die Zahl der japanischen Restaurants in Deutschland in den letzten Jahren stetig gewachsen, so dass die deutsche Oma ihren Enkeln gerne diesen Wunsch erfüllen kann – die Oma isst nämlich auch gerne Sushi. Aber auch Sushi aus der Tiefkühltheke von Aldi schmeckt den Kindern, man muss also gar nicht so viel Geld ausgeben!

4) Apfelsaft schmeckt nicht

Eine Thermosflasche mit Tee gefüllt gehört zur Standardausstattung fast aller Kindergarten- und Schulkinder in Japan, zu Hause trinken sie aber doch lieber Apfelsaft. Der Vorratskeller bei den Großeltern in Deutschland ist gut gefüllt, und natürlich haben sie für die Enkel aus Japan extra den guten naturtrüben Apfelsaft gekauft. Aber da verziehen sie nach dem ersten Schluck das Gesicht, der ist zu sauer. Offenbar sind die Geschmacksnerven der Kinder durch die überzuckerten japanischen Säfte schon verdorben.

In Deutschland muss man auch darauf achten, stets genügend Getränke von zu Hause mitzubringen, denn in fast allen Freizeitparks oder anderen Einrichtungen gibt es nur Getränke mit Kohlensäure (Cola, Fanta, Mineralwasser, Apfelschorle) zu kaufen, die die Kinder nicht trinken. In Japan ist das Angebot breiter, neben Saft gibt es vor allem viele Tees und natürlich stilles Wasser.

5) Weintrauben schmecken gut

Eines der Lieblingsspeisen der Kinder in Deutschland waren kernlose Trauben. Japanische Trauben sind wesentlich kleiner und haben eine harte Schale, die nur ausgelutscht und nicht gegessen wird. Die großen deutschen Trauben, vor allem Thompson Seedless, wurden so schnell gegessen, dass die Großeltern mit dem Einkauf manchmal gar nicht mehr hinterherkamen.

6) Udon mit Parmesan

Um den Ärger mit deutschem Essen, das den Kindern nicht immer schmeckt, zu umgehen, haben wir aus Japan Somen- und Udon-Nudeln mitgebracht. Nudeln zu kochen ist ja auch in Deutschland kein Problem, aber die dazugehörige Brühe haben wir nicht. Also als Versuch einmal Parmesan auf den Tisch gestellt, den die Kinder ja von Spaghettigerichten aus Japan kennen. Die Kinder greifen zu, streuen Parmesan auf die Udon-Nudeln, und es schmeckt ihnen sehr gut! Die deutschen Cousins und Cousinen sind neugierig, wie diese „dicken japanischen Nudeln“ denn schmecken, und kurz darauf isst die ganze Kinderschar Udon mit Parmesan.

7) Deutschland stinkt

Japan war lange ein Paradies für Raucher, die Zigaretten waren billig und rauchen durfte man fast überall. In den letzten Jahren hat sich diese Situation aber deutlich gewandelt, trotz Preiserhöhungen sind die Zigaretten zwar immer noch billiger als in Europa, aber an vielen Orten ist das Rauchen inzwischen unerwünscht oder verboten. Nicht nur Gebäude, sondern auch viele Straßen in den Innenstädten und in der Nähe der Bahnhöfe sind rauchfrei, und Raucherecken gibt es nur noch auf wenigen Bahnsteigen. In Deutschland dagegen werden Rauchverbote bzw. die Raucherzonen auf den Bahnsteigen oft ignoriert, und Rauchverbote auf Straßen oder in Parks sind weitgehend unbekannt. So meinten meine Kinder mehr als einmal „Es stinkt!“, wenn um sie herum viel geraucht wurde, und da hatten sie Recht.

8) Schwimmbad ohne Badehaube

Egal ob Schwimmbad oder Hallenbad, ohne Badehaube geht man in Japan nicht ins Wasser. In Deutschland war das früher auch so, aber seit gut 20 Jahren ist die Badehaubenpflicht weitgehend abgeschafft worden. Als wir in Deutschland aus der Umkleidekabine gingen, waren die Kinder daher etwas beunruhigt: „Badehaube vergessen!“ Kein Problem!

9) Früh dunkel

In Japan geht die Sonne früher unter als in Deutschland, und in den meisten Gegenden Japans ist es daher auch im Sommer spätestens um 19 Uhr dunkel. Als in Japan lebender Deutscher vermisst man oft die langen (und kühlen!) Sommerabende, aber der Vorteil ist, dass man seinen Kindern in Japan immer sagen kann „Es ist dunkel, ihr müsst ins Bett!“, und sie – solange sie die Uhr nicht lesen können – nichts dagegen sagen können. (Dass sie im Juni auch schon mal um 4 Uhr morgens aufwachen und dann die Eltern wecken, weil sie Hunger haben und frühstücken wollen – es ist ja schon hell – ist die Kehrseite dieser Argumentation.) In Deutschland, wo es im Hochsommer bis 21 oder 22 Uhr hell ist, funktioniert das jedoch nicht. Wenn es hell ist, braucht man noch nicht ins Bett zu gehen, das haben sie in Japan jahrelang gelernt, und so waren alle Versuche, sie zu den üblichen Schlafenszeiten ins Bett zu kriegen, zum Scheitern verurteilt.

10) Keiner lernt Japanisch...

Die Muttersprache bzw. Hauptsprache meiner Kinder ist Japanisch. Deutsch lernen sie vom Vater und in der Mausgruppe, sind aber von einem muttersprachlichen Niveau noch weit entfernt. In Deutschland kommen sie so einigermaßen zurecht, und spielen gerne und viel mit ihren Cousins und anderen Kindern. Aber einmal fragte mich meine Tochter: „Warum lernen die deutschen Kinder kein Japanisch?“ Sie fand es unfair, dass Deutsch die einzige gemeinsame Sprache bei der Familie in Deutschland ist, während in Japan beide Elternteile sowohl Japanisch wie Deutsch verstehen (wenn auch beide normalerweise in ihrer Muttersprache zu den Kindern sprechen).

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